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Autoreninterview Tanja und Mario Hammer – Teil 2


Hallo meine Lieben 💕

Hier geht’s nun weiter mit Teil 2, des Interviews mit Tanja und Mario. 😍😎

Viel Spaß 😘

Teil 2

„Mario ist definitiv der lustigere von uns“, antworte ich für meinen Mann, der gerade angestrengt mit einem Mundvoll Keksen ringt. „Dafür kann ich besser fluchen. Vor allem beim Autofahren.“ Lachend greife ich zu meiner Kaffeetasse, hat Patrizia mich doch gerade daran erinnert, dass ich ja ebenfalls noch ein Heißgetränk vor mir stehen habe. Oder besser: Hatte. Heiß ist was anderes. Aber egal. Ich trinke das Zeug auch kalt, da kenne ich nichts. „Und recht hast du. Manchmal wären wir ohne das Internet verloren. Außerdem würden wir dich dann auch nicht kennen, was echt schade wäre.“
Ich stelle meine Tasse zurück und spitze die Ohren. Wird es da etwa gerade laut im Nebenzimmer? Gebannt horche ich in entsprechende Richtung, versuche aber, mir nichts anmerken zu lassen. Gleichzeitig fällt mir die leere Pfirsich-Dose auf, die noch immer vor Mario auf dem Tisch steht. Hatte er eigentlich erledigt, was er erledigen wollte, oder nicht? Ich beschließe, mir nicht allzu viele Gedanken darum zu machen und meine volle Aufmerksamkeit lieber Patrizia zu widmen.
„Mit drei Worten soll ich Mario beschreiben?“, lache ich. „Ich glaube nicht, dass das reicht, um den vollen Grad des Wahnsinns zu verdeutlichen, der dank ihm hier herrscht.“
Mein Mann wirft mir einen gespielt düsteren Blick zu und wackelt albern drohend mit dem Zeigefinger.
„Mit vollem Mund kann er wunderbar „Möbelwagen“ sagen“, kichere ich. „Mach mal.“
Mario tut so, als wolle er mit der leeren Dose nach mir werfen, wobei er ein Lachen unterdrückt, um einen spontanen Kekskrümelregen zu verhindern.
„Jetzt aber im Ernst“, reiße ich mich zusammen. „Drei Worte. Hmmm … Ah, ich hab’s. Erstens ist er ein Scherzbold, der mich in jeder Lage aufheitern kann. Zweitens ist er mein Rettungsanker, wenn es mir schlecht geht. Und drittens ist er die Hälfte, die gefehlt hat, damit aus mir ein Ganzes wird.“


„Das kann ich dir nur zustimmen. Wäre wirklich schade. Mit euch wird einem bestimmt nie langweilig!“ Ich lächle beide an. Mir entgeht dabei aber nicht, dass es im Nebenzimmer kurz etwas lauter wird und Tanjas Blick kurz abschweift. Die Neugierde frisst mich ja fast schon auf, aber zuerst sollte ich mich weiter auf meine Fragen konzentrieren. Vielleicht darf ich ja am Ende einen kurzen Blick hineinwerfen. Wäre ja auch schade, wenn ich meinen kleinen Koffer völlig umsonst mitgenommen habe.
Wieder breche ich in Gelächter aus. Wie gut, dass sich keine Flüssigkeit in meinem Mund befindet, sonst hätten Mario und ich ein kleines Picknick mit den Überresten auf dem Boden veranstalten können.
Bei Tanjas Worten schmelze ich innerlich wie Eis in der Sonne. „Awwwwwww! Das ist ja sooo süß. So schöne Worte. Ich denke, das hättest du jetzt nicht besser sagen können. Mario, dafür bekommt sie jetzt aber einen dicken Schmatzer! Hopp, hopp!“ Mit meinen Händen mache ich eine einladende Geste in ihre Richtung. Auch er hat jetzt ein bestimmtes Funkeln in den Augen und tut natürlich, wie ihm geheißen. Dabei klatsche ich vergnügt in die Hände. „Und nun zu dir Mario. Verrate mir mal Tanjas Macken.“ Meistens sieht es ja jeder anders. Mal sehen, ob sie sich da einig sind.

„Tanjas Macken?“, wiederhole ich Patrizias Worte. „Wie lange hast du Zeit?“ Ich kann mir ein Lachen nicht verkneifen. Tanja zuckt mit dem Mundwinkel und wirft mir ein langanhaltendes „Grrrr“ zu. „Ich mach nur Spaß“, fahre ich schlichtend fort. „Hmm … Tanja hat eigentlich viele kleine Macken. Sie ist gern ein klein wenig schusselig und vergisst Dinge; andere, zumeist leider unwichtige, behält sie ein Leben lang. Und sie ist ein kleiner Sturkopf … wohl ihrem Sternzeichen „Stier“ geschuldet. Oh, oh …!“ Ich unterbreche mich selbst und winke aufgeregt mit dem Zeigefinger: „Sie hat eine ganz eigene Art zu sprechen. So sagt sie ab und an so Sätze wie „Lass uns noch schnell mit dem Hund rausgehen, bevor es an zu regnen fängt.“ Ist mir ein Rätsel, wie diese Frau 63 Bücher schreiben konnte.“ Ich grinse bis über beide Ohren. Tanja erhebt schwungvoll ihren Arm, um eine mir geltende Ohrfeige anzudeuten, woraufhin der sich bis dato noch vor ihr auf dem Tisch befindliche Teller voller Schokokekse unfreiwillig dem Teppich nähert. „Oh“, rufe ich. „Und sie ist tollpatschig!“ Meine bessere Hälfte kann nicht anders, als sich meinem gellenden Gelächter anzuschließen. Nach einer Weile (mein Gesicht hat wieder eine normale Färbung – in meinem Fall eine Mischung aus Eierschalenfarben und ungepflegtes Porzellan – angenommen) habe ich mich wieder beruhigt und genügend Luft gesammelt, um meine Ausführung zu beenden. „Aber ich liebe sie für jede einzelne, noch so winzige Macke nur umso mehr … mehr, als ich es ohnehin schon tu.“

Schon während Mario spricht, muss ich mich sehr beherrschen um bei dem Schauspiel, das mir geboten wird, nicht lospruste. Mein Körper bebt und ich kann das Lachen, als der Teller und die Kekse runterplumpsen, nicht mehr länger zurückhalten. Die beiden sind echt grandios! Wie sich die beiden nun ansehen, lässt mein Herz aufgehen. So viel Liebe steckt in ihren Blicken. Die beiden haben sich wirklich gefunden.
Ich beuge mich nach vorne zu dem kleinen Chaos auf dem Teppich und lasse den beiden ihren Moment. Den Teller stelle ich wieder auf den Tisch, etwas lauter als beachsichtig, da er mir dieser aus der Hand rutscht, sodass ich die kurze Stille mit dem Klirren unterbreche. Ein „Ups“ entkommt mir und ich verziehe mein Gesicht ein wenig. Ich trinke schnell den Rest meiner Tasse leer, ehe ich mich wieder an Mario wende und ihn gespielt entrüstet ansehe.
„Also tollpatschig ist ja wohl keine Macke! Das ist ja wohl eher etwas Positives, ein Abenteuer.“ Was rede ich denn da für einen Blödsinn??? Ich schüttle kurz meinen Kopf und kurz gleitet mein Blick wieder zur Tür hinter den beiden, aus denen wieder ein paar Geräusche und diesmal auch Stimmen dringen. Geduld! Ermahne ich mich. Alles zu seiner Zeit! „Was unternehmt ihr beiden sonst, wenn ihr nicht schreibt oder der Tollpatsch den Witzbold belehrt?“ Wieder muss ich kichern und beobachte die beiden abwechselnd mit leichter Belustigung.

„Oh, da gibt es so einiges“, antworte ich. „Neben dem Schreiben lese ich zum Beispiel sehr gern.“ Ich werfe einen raschen Blick zu Tanja herüber und fahre fort, bevor sie auch nur dazu ansetzen kann, mich zu unterbrechen: „Nein! Nicht nur Spider-Man-Comics!“ Ich muss lachen. „Okay, das auch, aber selbstverständlich auch Bücher … so ganz ohne Bilder. Am liebsten Werke aus der Feder des großartigen Terry Pratchett. Seit kurzem habe ich auch meine alte Liebe zum Zusammenbauen und Bemalen von Miniatur-Figürchen wiedergefunden. Ich habe das über die Jahre immer mal wieder getan – zu Beginn noch kleine Spielfiguren mit Revellfarben – und bin aktuell wieder voll im Thema, wie man so sagt.“ Ich grinse. „Man kann mich auch gern mal dabei erwischen, wie ich in freier Wildbahn Steine und Baumrinde einsammle, um den Figürchen kleine Landschaften daraus zu bauen. Ich sitze also nicht ausschließlich am PC.“

Mit weit aufgerissenen Augen mime ich die Entsetzte und starre meinen Mann entgeistert an. „Was?? Es gibt eine Welt außerhalb des Dunstkreises meiner Tastatur? Da ist noch mehr? Warum, um Himmels Willen, hast du mir das nie gesagt?“ Um nicht Gefahr zu laufen, dass Patrizia jeden Augenblick die Männer mit den hübschen weißen „Ich-hab-mich-so-lieb-Jacken“ ruft, entschärfe ich meine Worte mit einem Zwinkern.
„Spaß“, sagte ich gedehnt. „Du hast ja sicher schon gemerkt, dass Mario manchmal ein ganz kleines bisschen zur Übertreibung neigt. Ich sag nur 63 Bücher und so. So was färbt ab, weißt du? Natürlich hab ich neben den Hobbys, die wir teilen – wie das Lesen -, auch noch ein paar andere Sachen, die ich gerne mache. Fotografieren zum Beispiel. Knipse ich gerade keine Landschaft, müssen Mann und Hund herhalten.“ Ich tue so, als hätte ich Marios leidgeplagtes Seufzen nicht gehört, muss aber schmunzeln. Würde ich jetzt meine Kamera holen, würde er bestimmt Reißaus nehmen. „Außerdem hab ich gerade angefangen, Gitarre zu spielen.“ Ein begeistertes Grinsen nimmt Besitz von meinem Gesicht. „Mittlerweile kann ich einen Akkord mehr als Dieter Bohlen.“
„Dass ich seitdem meinem Gehör zuliebe wieder bei Mama wohne, darüber verlierst du wieder mal wieder kein Wort, was?“, brummt Mario scherzhaft.
Lachend knuffe ich ihn in die Seite. „Du Hammel.“
„Moppeldrops“, erwidert er kichernd.
Verschwörerisch die Stimme senkend beugte ich mich zu Patrizia herüber. „Wo er das gerade sagt … Meinst du, Schokolade essen gilt als Hobby, oder ist das schon mehr eine Sucht?“
Bevor sie antworten kann, wird die Wohnzimmertür geöffnet und ein hageres Gesicht kommt zum Vorschein.

„Sag mal, wird das heute noch was? Ich möchte euer lieblich Beisammensein ja ungern stören und hab zwar eigentlich alle Zeit der Welt, aber so langsam wird´s dann doch ein bisschen lächerlich.“ Der große Mann halmartiger Statur, welcher beinahe droht, unter seinem breitkrempigen Hut sowie einem zerfledderten Poncho beinahe gänzlich zu verschwinden, wendet sich mit leeren Augen an mich. „Junge, du bist gut um den Tod zu holen, weißt du das? Da kann man länger leben.“
„Ähm … äh …“, stammle ich. Ich schlucke kurz und wende mich daraufhin, die Situation bravourös überspielend, an Patrizia: „Darf ich vorstellen? Das ist D.K. Sampson. Einer unserer … Freunde.“
Der spindeldürre Revolvermann greift mit spinnenbeinartigen Fingern langsam an seine Hutkrempe und spricht mit dunkler Stimme: „Ma´am?“
„Jaaaa …“, höre ich mich sagen. „Du wartest auf deinen Pfirsichnachschub, richtig?“
„Bist ein cleveres Kerlchen“, entgegnet D.K. Das leichte Zucken seines Mundwinkels lässt dazu verleiten, ein Lächeln seinerseits zu erahnen.
„Dann … dann werd´ ich mal rasch in die Küche huschen“, kiekse ich und erhebe mich ruckartig.“
„Ist ein feiner Zug von dir. Selbst mit vollem Magen wäre es da drüben schon kaum erträglich, aber so ganz ohne …“

„Lesen ist wohl von uns allen so eine Leidenschaft.“ Ich seufze leise. Wenn ich an meine Bücher denke und was die immer alles mit mir anstellen, könnte ich stundenlang davon schwärmen.

„Oh, das klingt ja richtig putzig! Kleine Spielfiguren“, wiederhole ich seine Worte. „Hätte ich dir gar nicht zugetraut!“ Ein verschmitztes Grinsen schleicht sich auf meine Lippen und als ich Tanjas und Marios ‚Kosenamen‘ höre, wird dieses noch breiter. „Moppeldrops? Ich glaub ich brech weg.“ Vor lauter lachen muss ich mir den Bauch halten, der mittlerweile schon etwas schmerzt. Das muss ich mir merken und weitererzählen!
Dann steht da plötzlich eine etwas beängstigende Person, ein Mann, vor uns und meine Augen gehen so weit auf, dass sie drohen, jeden Moment rauszufallen und über den Boden zu rollen. Mein Mund klappt nach unten und für einen Augenblick bringe ich nicht mal ein ‚Hallo‘ raus. Ich bin mir nicht sicher, ob ich Angst oder Freude empfinden soll, jedoch begrüßt mich der Fremde wie ein Gentleman. Na Manieren hat er, dass muss ich ihm lassen. Von mir bekommt er zur Begrüßung ein breites Lächeln und da meine Neugierde stärker ist als meine Skepsis, beobachte ich das Spektakel aufgeregt, das sich direkt vor meiner Nase abspielt. Aufregung macht sich in meinem Körper breit und mein Kopf wandert gespannt ununterbrochen zwischen den dreien hin und her.
Dann fällt das Wort Pfirsich. Ahh, deshalb die Pfirsichdose. Als Mario jedoch in die Küche verschwinden will, springe ich auf und hebe meinen Zeigefinger in die Höhe. „Stopp! Ich glaub, ich hab da was.“ Schnell verschwinde ich im Flur und rolle meinen kleinen Koffer ins Wohnzimmer, zur Couch. Diesen öffne ich, aber so, dass niemand hineinsehen kann, und krame eine Weile darin herum. „Wo sind denn die Dinger nur?“ Mir entgehen natürlich nicht die wundersamen Blicke der drei und mit meiner freien Hand winke ich den dürren Mann namens D.K. zu mir. „Na komm, ich beiß schon nicht!“ Gebe ich trocken von mir. Dann zaubere ich eine, nein sogar zwei große Dosen mit Pfirsichen hervor und strecke sie ihm mit einem Zwinkern entgegen. „Für dich.“ Wie gut, dass ich die Tipps bekommen habe, denn so kann ich bestimmt Pluspunkte sammeln. Noch immer neugierig lehne ich mich aber ein wenig zur Seite und gucke zur Tür. „Wollen die anderen nicht auch raus kommen? Vielleicht habe ich in meinem Zauberkoffer noch mehr Mitbringsel.“ Mein euphorischer Blick wandert zu Tanja und Mario.

Fortsetzung folgt ………

Na, wie  gefällt es euch bis jetzt??? Lustig und toll, oder?! Und jetzt kommt’s erst 😉

Hier mehr zu den beiden Autoren:

Tanja Hammer                                         Mario Hammer
            

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Habt noch einen schönen Nachmittag 😊

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