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Autoreninterview Tanja und Mario Hammer – Teil 3

Hallo meine Lieben 💕

Weiter geht es nun mit Teil 3, des Interviews mit Tanja und Mario und ich kann euch schon sagen, ihr werdet eventuell Muskelkater vom Lachen haben. 😉

Viel Spaß 😘



Teil 3

Mit einem unruhigen Kloß im Hals erkenne ich den guten, alten D.K. und habe das Gefühl, dass er Patrizia zunächst einen gehörigen Schrecken einjagt. Zum Glück weiß er, wie man sich benimmt und grüßt sie höflich, während Mario wenig begeistert aussieht – und auch etwas nervös. Der Revolvermann mag so viel Geduld haben wie ein Rasen langsam wächst, aber wenn er sich was in den Kopf gesetzt hat … Nachdem mein Mann sich ein paar verbale Seitenhiebe eingefangen hat, springt er auf, um in die Küche zu eilen. Doch Patrizia hält ihn auf, flitzt in den Flur und holt ihren Trolley. Mit einem dicken Fragezeichen über dem Kopf sehe ich sie darin herumwühlen. Dann wird aus dem Fragezeichen ein leuchtendes Lämpchen. Sie hat Dosenpfirsich dabei! Unwillkürlich frage ich mich, woher sie weiß, dass unser dürrer Westernheld eine Schwäche für die Dinger hat, und Mario schaut ähnlich überrascht aus der Wäsche. Die nächsten Worte unseres Besuchs lassen meinen Magen eine Etage tiefer sacken. Wollen die anderen nicht auch raus kommen, sagt sie. Mir schießt ein Himmel, nein! durch den Kopf. Unsere Bande ist ja im Grunde ganz in Ordnung, aber wenn jemand Fremdes da ist, können die furchtbar lästig werden.
„Ähm …“, stammle ich, kann mir jedoch einen mürrischen Seitenblick in Richtung D.K. nicht verkneifen. „Äh … Also, eigentlich hatten ja ein paar gewisse Leute versprochen, in ihrem Zimmer zu bleiben.“
Der hagere Geselle schaut mich durchdringend an. Mein Blick schweift zu seinem Gürtel, an dem sein Revolver baumelt, und seine Hand ist davon nicht allzu weit entfernt. Gut, dass ich Dinge weiß, die andere nicht wissen. Sonst würde ich jetzt wahrscheinlich rennen. Außerdem können wir uns eigentlich ganz gut leiden.
„Jaaaa … Wenn nur du es bist“, sage ich zu ihm, „dann bleib meinetwegen hier.“
Kaum sind die Worte raus, wird mir ein wenig flau. Habe ich da die Ecke einer Keksverpackung aus Patrizias Koffer lugen sehen? Möglichst unauffällig schaue ich genauer hin. Tatsache! Sie hat Kekse dabei. Ich schlucke schwer und schiele zur Tür. Sie ist angelehnt. Bei unserem „Glück“ ist das bei der Tür im Nebenzimmer wahrscheinlich nicht anders. Innerlich seufze ich und mache mich gefasst darauf, dass wir nicht lange zu viert bleiben werden. Seit jemand einen meiner Protagonisten auf den Geschmack gebracht hat (Wenn du das hier liest: Ja, ich meine dich. Du bist schuld!), ist er von dem Gebäck nicht mehr wegzubekommen. Der riecht das Zeug meilenweit, doch im Moment beträgt der Abstand zwischen ihm und den Keksen keine Meilen, sondern bloß zwei Zimmertüren.

„Wow“, denke ich mir. „Patrizia hat Dosenpfirsich dabei? Aber woher …?“ Ich unterbreche mich selbst, mache auf dem Absatz kehrt und nehme wieder Kurs auf unsere Couch. Ich nehme all meinen Mut zusammen und sage mit väterlicher Stimme zu D.K. (immerhin bin ich sein Vater; wenn auch nur geistiger Natur): „Und? Wie sagt man?“ Der Hagere schaut mich mit einem Blick an, bei dem wohl selbst Graf Dracula weiche Knie bekommen hätte, grinst dann jedoch (diesmal richtig) und spricht, an unseren Gast gewandt: „ Vielen Dank, Ma ´am. Sehr aufmerksam von Ihnen.“ Mich noch immer anschauend fügt er hinzu: „So macht man das, „Paps“.“ Ich werde leicht rot, versuche dies jedoch möglichst unauffällig zu verbergen, indem ich ablenke: „Wie Tanja schon sagt: Setz dich ruhig zu uns, wenn es dir da drüben zu bunt wird.“ D.K. tut, wie ihm geheißen, während er in seinen nicht vorhandenen Bart brummelt: „Zu bunt, sagt er. Witzig. Ich meine, ich hab ja schon vieles gesehen in meinem nicht gerade kurzen Leben, und ja, auch fliederfarbene Zentauren und schwebende Metallschädel waren dabei, aber er hat den Vogel abgeschossen.“ Ich merke an Tanjas nervösem Blick, dass sie sich nichts sehnlicher wünscht, als einen schweigenden Cowboy in unserer Mitte … aber dieser Wunsch sollte ihr nicht gewährt werden. Der Cowboy schwieg nicht: „Das fransige Schandmaul dieser verfilzten Wüstenrennmaus steht aber auch wirklich keine Sekunde still.“

Wie schnell doch aus einem schlichten flauen Gefühl ausgewachsene Übelkeit werden kann. Was haben die da drüben bloß getrieben? Kann man die denn keine Sekunde alleine lassen? Der Gedanke ist noch nicht ganz verflogen, da höre ich ihn von nebenan rufen.
„Das hab ich gehört, du verlotterte Vogelscheuche!“
Nein. Bitte halt ihn drüben. Bitte bleib da … Wenn man sich etwas ganz besonders stark wünscht, passiert es nicht. Zumindest in meinem Fall. Tapsende Schritte nähern sich, die Tür wird mit dem Fuß aufgestoßen und Haeverflox baut sich im Zimmer auf – wobei „aufbauen“ irgendwie übertrieben klingt, wenn man bedenkt, dass er nur knapp achtzig Zentimeter hoch ist.
Prüfend lässt Flox den Blick durch das Zimmer schweifen. Seine großen Ohren lauschen gebannt in alle Richtungen und mit der Schwanzspitze kratzt er sich den befellten Kopf.
Wüstenrennmaus passt ja fast, denke ich, denn immerhin schaut er aus wie ein dunkelgrauer Wüstenfuchs auf zwei Beinen. Fast muss ich über D.K.‘s Bemerkung lachen, verkneife es mir jedoch. Im selben Moment werden neuerlich Schritte laut, und hinter Haeverflox taucht sein alter Freund Rheyva auf. Der Technomagier wirft mir einen entschuldigenden Blick zu.
„Ich hab wirklich versucht, ihn aufhalten“, sagt er kleinlaut. „Aber du kennst ihn ja.“
„Aufhalten, so, so. Darf ich vermuten, du warst „ganz kurz“ abgelenkt?“, erwidere ich mit einem Fingerzeig auf den Schraubendreher, den Rhey in der Hand hat. Als Bastelverrückter, der er ist, konnte er sich wohl einfach nicht zurückhalten und hat alle Welt um sich herum vergessen. Ertappt lässt er den Kopf hängen, formt mit dem Mund noch mal ein stummes „Entschuldigung“ und verzieht sich. Was soll’s, jetzt ist es eh zu spät.
Während Rheyva im Nebenraum verschwindet, reckt Haeverflox die Nase in die Höhe.
„Aha!“ ruft er aus, stapft zielstrebig auf Patrizias Koffer zu, schnappt sich die Kekspackung und wirft sich zwischen ihr und mir auf die Couch. „Netter Versuch, Freunde“, kichert er, wobei er die Verpackung aufreißt. Triumphierend grinst er mich an. „Gerade du solltest wissen, dass vor meiner Nase niemand was verbergen kann.“
Für den Moment bin ich sprachlos. Patrizia und ich tauschen einen Blick, und wieder mal wird mir bewusst, wie frech der verfluchte Schlingel ist.
„Sag mal, geht’s noch?“, ranze ich ihn schließlich an. „Du kannst doch nicht einfach fremder Leute Kekse klauen! Und überhaupt, wie wäre es wenigstens mal mit einer anständigen Begrüßung!?“
Haeverflox‘ Grinsen wird noch etwas breiter. Dann wendet er sich an unseren Besuch, streckt ihr die Hand entgegen und – ich wage es kaum zu glauben – stellt sich ihr vor.
„Haeverflox aus dem Hause Thi’Khaa. Sei gegrüßt. Und danke für die Kekse.“ Mit einem Nicken deutet er auf D.K. „Die Schlepperei für das dürre Gemüse da hättest du dir allerdings sparen können. An den kommt eh nichts mehr dran, egal, was der futtert.“

Auch wenn D.K. noch immer ein wenig gruselig aussieht, kann ich mir ein Lachen nicht verkneifen. „Genau Paps, so macht man das. Da könntest du dir eine Scheibe abschneiden!“ Ich werde hellhörig, als eine andere Stimme durch die Tür dringt und kurz darauf Schritte, oder eher Getapse, sich uns nähert. Zuerst schwirren kleine Fragezeichen in meinem Kopf umher, doch dann entdecke ich die Maus. Pardon. Wüstenrennmaus. Dahinter erscheint dann noch jemand, der aber kurz darauf wieder verschwindet. Er scheint sehr beschäftigt zu sein, zumindest denke ich mir das, laut seinen Schraubendreher in der Hand.
Ungläubig sehe ich das Fellknäuel neben mir an und öffne meinen Mund, um ihm zurechtzuweisen, doch Tanja kommt mir zuvor. Ein paar Sekunden starre ich auf die kleine Hand von Flox, ehe ich mich entsinne, wie unhöflich das wohl sein mag. Ich ergreife sie und schüttle sie vorsichtig. Ich will dem kleinen Kerl ja nicht weh tun. „Hi. Ich bin Patrizia. Du bist ja ein süßes Kerlchen!“ Kurz mustere ich ihn aus neugierigen Augen. „Wenn du mich fragst, könnte es durchaus sein, dass ich irgendwo in dem Koffer noch eine Packung habe.“ Ich zwinkere dem kleinem Wicht zu. „Man soll ja auch an seine Mitmenschen denken“, erwidere ich auf Floxs Aussage hin und schüttle meinen Kopf.
„Willst du die Dosen denn nicht aufmachen, Revolverheld?“ Ich werfe D.K. einen auffordernden Blick zu.
Meine Hand wandert dann erneut zu dem Trolley und ich krame abermals darin herum. „Ich habe hier noch ein paar Sachen drin und ich will ungern wieder alles mit nach Hause schleppen, also wer will?“ Kommt es etwas lauter von mir, während ich hinter dem Deckel hervorluge. Belustigt wackle ich mit den Augenbrauen und spähe zu Tanja hinüber. Wenn, dann gehe ich gleich in die Vollen und der Besuch hier ist alles andere als langweilig. Lustig, aufregend und total spannend trifft es wohl eher. Flox lässt es sich in der Zwischenzeit schmecken und krümelt dabei sein Fell und die Couch an, was mir ein Kichern entlockt.

D.K. Sampson kann sich eines Lächelns nicht erwehren, als er, präzise wie ein Uhrwerk, Patrizias Mitbringsel öffnet. Ich schmunzle innerlich ob des Gedankens daran, dass der Hagere meine Vorliebe für Dosenpfirsich mit mir teilt … in einem gruseligen, dezent übertriebenen Ausmaß zwar, aber immerhin. „Wenn ihr zwei versprecht, euch anständig zu benehmen, dürft ihr von mir aus hierbleiben.“ Ich schau in zwei schmatzende, mir zunickende Gesichter. „Oder was meinst du?“

Ich seufze leise. Das soll mir ja was werden. „Na gut. Meinetwegen.“
Neben mir ertönt ein angestrengtes Schlucken, mit dem Haeverflox eine Handvoll Kekse herunterwürgt.
„Gute Entscheidung, Liebes“, befindet er kauend und wischt sich ein paar Krümel aus dem Pelz. Das Resteschlachtfeld auf dem Sofa interessiert ihn hingegen nicht im Geringsten. Dann fährt er fort: „Hab ich das eigentlich richtig gehört? Die junge Dame ist wegen Fragen hier? Weil, ich hätte da nämlich eine.“ In freudiger Erwartung schaut er Patrizia an. „Hast du zufällig auch Met im Gepäck? Für so ein feines Gelage? Hm?“
„Flox, du bist unmöglich“, schnaufe ich und richte ein gleichermaßen entschuldigendes wie verlegenes Lächeln an unseren Besuch. „So hast du dir dein Interview nicht vorgestellt, oder?“

Ich muss lachen und lasse mich nach hinten fallen. „Vorgestellt nicht, aber ich finde es vollkommen in Ordnung. Okay, das ist untertrieben. Ich muss zugeben, dass ich noch nie so ein tolles Interview hatte.“ Meine Augen beginnen zu leuchten, denn ich bin wirklich begeistert. Es ist fast aufregender, als mit der Achterbahn am Kirmes zu fahren.
Neugierig sehe ich Flox an und muss auch nicht lange auf seine Frage warten. Jedoch hätte ich etwas anderes erwartet. Ich tippe mir mit dem Finger ein paar Mal an die Lippen und tue so, als müsste ich überlegen. Dann lege ich meinen Kopf etwas schief und fasse blindlings in den Koffer. Bevor ich den Met jedoch hervorziehe, bekommt Flox einen strengen Blick von mir. „Wie sagt man?“

Fortsetzung folgt ………

Was meint ihr, wie es weitergehen wird? Wird Flox sich benehmen?
Ich hoffe, euch gefällt bis jetzt, was ihr lest 💖

Hier mehr zu den beiden Autoren:

Tanja Hammer                                         Mario Hammer
            

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Sonnige Grüße und gleich geht’s weiter 😊

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