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Beflügelt in das Gedankenreich: Lathalia & Fanai

Hallo meine Lieben!

Ich darf heute gleich noch einen Beitrag machen und dafür habe ich mir ein kurzes Interview ausgesucht. Nein, nicht mit der Autorin, sondern mit den beiden Hauptcharakteren Lathalia und Fanai. 

Natürlich geht es immer noch um das gleiche Buch. Sépharial von Jana Tomy. Es ist soooo toll und ihr solltet es lesen!! 

Aber nun fang ich mal an!


 

Gerade bin ich unterwegs zu einem neutralen Ort, um mich mit Lathalia und Fanai zu treffen. Neutral ist wohl das falsche Wort, denn die beiden könnten ja unterschiedlicher Herkunft nicht sein. Aber gut. Ich bin froh, dass sie einwilligten und es kam mir auch so vor, als würden sie sich freuen. Noch einmal gucke ich nach links und nach rechts, ehe ich in einer Gasse verschwinde und drei Mal an eine Holztür klopfe. Diese schwingt auf und ich muss den Kopf in den Nacken legen, um dem riesigen Kerl vor mir ins Gesicht sehen zu können. Zumindest in seine Augen, denn der Rest ist verdeckt. Nachdem ich ihm meinen Namen genannt habe, lässt er mich rein und ich gehe durch einen schmalen Flur in eine Gaststube. Kurz sehe ich mich um und entdecke Fanai an einem der hinteren Tische. Mit eiligen Schritte durchquere ich den Raum und lasse mich neben ihn auf den Stuhl plumpsen. „Hi.“ Sofort strecke ich ihm die Hand entgegen, ohne zu wissen, ob man das hier so macht.

 

Fanai beäugt erst den Neuankömmling, dann die Hand ein wenig argwöhnisch, ehe er nickt. “Du hast den Weg also gefunden”, sagt er und setzt ein schiefe Grinsen auf.

 

Okay. Kein Händeschütteln. Langsam lasse ich sie wieder sinken. „Ja. Dank deiner Beschreibung.“ Ich sehe mich unauffällig um. „Etwas gruselig ist er hier ja schon“, merke ich leise an. Nun setze ich aber ein Lächeln auf, denn unhöflich bin ich ja nicht. „Wartest du schon lange?“

 

“Gruselig?” Er lacht und erwidert dann das Lächeln. “Dabei habe ich mir wirklich Mühe gegeben eine der besseren Bleiben auszusuchen.” Sein Blick schweift durch den dürftig beleuchteten Raum, in dem nur zwei weitere Gestalten sitzen. “Und nein, ich warte noch nicht lange. Ich musste mich allerdings vergewissern, dass wir ungestört bleiben. Darum bin ich etwas früher gekommen.”

 

Buch Sepharial

 

Das mag sein, aber sowas bin ich nicht gewohnt. „Was machst du, wenn du nicht gerade bessere Bleiben für ein Gespräch aufsuchst?“ Interessiert sehe ich ihn an.

 

Fanais Mundwinkel sacken nach unten. “Ich bin ein Dieb, ein Mitglied der Horde. Wenn ich also nicht gerade mit den anderen trainiere, bin ich im Auftrag unseres Anführers Marorck unterwegs, um seinen Reichtum und seine Macht zu vergrößern. Keine feine Sache, das weiß ich. Und ich würde diesem Leben zu gerne den Rücken kehren, aber bisher war der Dicke mir immer einen Schritt voraus.”

 

Das klingt …… nicht gut. Etwas traurig betrachte ich ihn. Ja, ab und an kann man sich sein Leben wohl nicht aussuchen und hier wohl er ein wenig öfter. Gerade, als ich zu einer Antwort ansetze, betritt Lathalia den Raum. Ich winke ihr zu, damit sie weiß, wo wir sind.

 

Lathalia geht schnellen Schrittes zu dem Tisch hinüber und lässt sich direkt neben Fanai nieder. Dabei rutscht sie noch ein Stück näher an ihn heran.

 

Mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht beobachte ich, wie Lathalia sich setzt. Hat sie hier auch so ein komisches, ängstliches Gefühl wie ich? „Hallo.“ Begrüße ich sie. „Schön, dass du es geschafft hast.“

 

“Hallo.” Sie atmet tief durch. “Deine Anfrage hat mich neugierig gemacht, da konnte ich nicht ablehnen.”

 

Ich strahle sie an und mein Lächeln wird größer. „Dann sind wir schon zwei. Ich bin nämlich auch neugierig.“ Da wir nicht sonderlich viel Zeit haben, muss ich mich doch ein wenig beeilen, um meine Neugierde zu sättigen. Ein kleines Stück lehne ich mich nach vorne und sehe sie gespannt an. „Sag, was magst du in deiner Welt am liebsten? Wie würdest du sie beschreiben?“

 

Lathalia neigt den Kopf zur Seite und setzt ein nachdenkliches Gesicht auf. “Die klare Luft und das Meer”, sagt sie dann. “Beides gibt mir ein Gefühl von Freiheit.” Ihre Stimme verändert sich bei diesen Worten kaum merklich. “Beschreiben würde ich es wahrscheinlich als weiße, unbarmherzige Schönheit. Wobei sicherlich auch nicht alles an und in Ha’raa so hübsch ist wie der glitzernde Schnee im Sonnenuntergang.”

 

Das klingt sehr schön. Vielleicht sollte ich sie einmal besuchen, mich mit eigenen Augen davon überzeugen. Aber da war ja jetzt noch etwas. Etwas, was meine Aufmerksamkeit verdient hat. „Was genau meinst du denn damit?“ Mein Blick gilt zuerst Lathalia, ehe ich zu Fanai schwenke. „Oder kannst du mir das vielleicht auch beantworten? Gibt es bei dir Sonnen- und Schattenseiten?“

 

Auch Lathalias Blick huscht zu Fanai, dessen Miene undurchdringlich wirkt. “Als Dieb nutze ich die Schatten der Nacht um mich vor den Augen anderer zu verbergen und zu stehlen. Man könnte mich darum vielleicht sogar manchmal selbst für einen Schatten halten.” Dann schüttelt er den Kopf. “Doch deine Frage zielt auf etwas anderes ab, nicht wahr? Eine Weile habe ich nur die Schattenseiten gesehen. Die Rache, das Leid, den Schmerz. Hier in den unteren Ringen findet man diese Gefühle und Gedanken überall und mein Leben war ebenfalls nicht immer einfach… Aber ich wurde eines besseren belehrt.”

 

Buch Sepharial

 

“Im Gegensatz zu Fanai sollte ich als Erhabene eigentlich alles haben und ein unbeschwertes Leben führen”, schaltet sich Lathalia ein. “Zumindest kann man sich das leicht vorstellen. Ich muss mich nie um etwas zu Essen oder warme Kleider sorgen. Stattdessen lebe ich in dem großen Anwesen meines Vaters, gut geschützt von seinen Wachmännern.” Sie schnaubt wütend. “Aber das ist auch schon alles. Eine Dame schweigt und schenkt ihrem Gemahl Kinder. Ich dürfte nicht einmal den Wunsch verspüren etwas anderes zu wollen. Noch dazu ist meine Vermählung notwendig, damit mein Vater einen Nachfolger für seinen Sitz in der Regierung hat.” Beschämt senkt sie den Blick und starrt die Tischplatte an. “Vor meiner Reise hier her gab es Sonnenläufe an denen ich glaubte, es wäre besser Hunger zu leiden…”

 

Langsam nicke ich. Was wohl der Anlass dafür war, dass er jetzt anders darüber denkt? Doch bevor ich weiter nachdenken kann, antwortet Lathalia schon. Ihre Aussage schockiert mich ein wenig. Als wären wir weiterhin im Mitterlalter gefangen und sie müsste sich allem fügen. Es klingt schrecklich. Mitfühlend sehe ich sie an und seufze. Für den Moment habe ich genug gehört. Natürlich bin ich hier, um mehr über die beiden zu erfahren, doch dass kann ich auch später noch. „Könnt ihr mir etwas zeigen, was man unbedingt gesehen haben muss?“ Bestimmt könnte es gefährlich werden, aber Fanai wirkt wie ein guter Beschützer.

 

“Als ich hier ankam bin ich direkt auf einem Basar gelandet”, sagt Lathalia und verzieht dabei das Gesicht. “Das war wirklich beängstigend. So viele Menschen, neue Gerüche und Eindrücke. Außerdem stand die Sonne hoch am Himmel, darum war es auch schrecklich heiß. Ich konnte kaum atmen. Vielleicht lag das aber auch an meiner unpassenden Kleidung.” Sie kichert leise ehe sie fortfährt. “An diesem Sonnenlauf hätte ich nicht gedacht, dass ich mich noch einmal einen solche Ort trauen würde. Doch zum Glück habe ich es gewagt. Denn an den Ständen warten allerlei feine Stoffe, bunte Kleider und duftende Speisen”, schwärmt sie.

 

Meine Augen beginnen größer zu werden und zu leuchten. „Würdet ihr mir den Bazar zeigen?“ Es wäre schön, das alles mit eigenen Augen zu sehen.

 

Lathalia strahlt. “Das wäre-” Plötzlich verstummt sie, lässt die Schultern hängen und ringt mit den Händen. Dabei wirft sie Fanai einen schnellen Blick zu, der die Augen verdreht. “Wenn wir gehen wollen, dann sollten wir das bald tun. Der Sonnenlauf hat gerade erst begonnen, darum wird es noch nicht zu voll sein.” Seine Worte entlocken ihr erneut ein freudiges Lächeln.

 

Meine Mundwinkel wollen schon nach unten sacken, denn ihre Körpersprache sagt, dass daraus nichts wird. Doch da habe ich wohl nicht mit Fanai gerechnet. „Dann lasst uns los!“

 


 

Was meint ihr? Würdet ihr auch mal gerne dorthin? Ich fand es total spannend, aufregend und die beiden waren ja sehr unterhaltsam und nett.

Ich hoffe, das kleine Interview hat euch auch neugierig auf die Geschichte gemacht. Kann sie nur jedem empfehlen!

 

Weitere wundervolle und tolle Beiträge von den anderen findet ihr bei Bianca von Nimithil’s Bücherstübchen. Sie hat für euch eine Übersicht zusammengestellt.

 

Mehr Infos:

Verlag     Autorin      Buch      Meine Rezension      Überblick über die Reise

 

Eure Patrizia

 

 

 

Bildquelle: Gedankenreich Verlag

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