Bus 57 Buch
Rezension

Bus 57 – Dashka Slater

Werbung/Rezensionsexemplar

|  Autor: Dashka Slater   |   Verlag: Loewe  | Seiten: 400  |

|  eBook  /  TB  |  Mehr Infos  |   Im Verlag   |

Meine Meinung

Wahnsinn! Ich bin …. schockiert? Fassungslos? Gerührt? Mir fehlen hier echt die Worte. Sowas hatte ich so noch nie.

Ich freute mich auf das Buch, weil es sehr interessant klang, doch ich hätte nicht mit dem gerechnet, was hier geschildert wurde. Wir wissen alle, was Mobbing und Hasskriminalität ist, dass es diese bei uns gibt, viel zu viel, nur das hier zu lesen, war noch einmal ein ganz anderes Kaliber.

Die Autorin hat alle Fakten, Aussagen der Personen und Erklärungen bestimmter Begriffe zusammengetragen und es war unglaublich. Wie sie alles schilderte, ging mir total unter die Haut. Mir wurde schlecht zwischendurch, so hart fand ich es. Noch nie habe ich etwas Derartiges gelesen, geschweige denn gehört. Ja, vielleicht interessiere ich mich zu wenig dafür, doch nur, weil es für mich keinen Unterschied macht, zu welchem Geschlecht sich jemand hingezogen fühlt, welches jemand besitzt, eben beides oder keines davon. 

Sashas Leben, Richards Leben und das der Freunde wurde mir hier näher gebracht. 
Sasha beeindruckte mich, wie sier  – ein Pronomen für agender, aus sie und er – mit sierem Ich, sier ist agender, umging. Umgeht. Es ist ….. bewundernswert. Mit welcher Selbstverständlichkeit.

Oakland ist eine sehr offene Stadt, doch das muss zwangsläufig nichts heißen. Wie man hier auch liest. Es war nämlich auch eine der gefährlichsten. 
Das alles war ……. erschreckend. Da kam ich mir wirklich vor, als würde ich einer kleinen Blase leben, in der das Leben leicht und unbeschwert ist.
Richard hatte, in meinen Augen, ein hartes Leben hinter sich. Er bekam Liebe, aber es war trotzdem nicht leicht. 
Ich verstand beide Seiten sehr gut, konnte sie nachvollziehen, nachfühlen.

Was an dem einen Tag passierte …… Krass. Nicht vorstellbar. 

Während des Lesens hatte ich oft Gänsehaut und ein Schauder lief mir über den Rücken. Das alles war erschreckend, brutal, ehrlich.
Es regt definitiv zum Nachdenken an. Ein einzelner kann die Menschheit, die Vorurteile, die Akzeptanz, nicht ändern, aber es ist ein Anfang. Und wenn es mehr werden, kämpft man dagegen an. 

In dieser Situation hätte ich nicht gewusst, wie ich reagieren sollte. Einsperren, weil er schreckliches getan hatte? Oder sich gegen die meisten Stellen und sagen, dass es ein dummer Fehler war. Das war es. Ich kann beide Seiten verstehen und gebe beiden Recht. Doch was ist Recht? Wer entscheidet darüber? Das Gericht? Der Richter? Die Eltern des betroffenen? Der Betroffene selbst? Oder die Außenstehenden, die Medien, alle anderen, die keinen der beiden kennen? Ich würde mir nicht anmaßen, zu entscheiden, denn wie soll man das bewerkstelligen? 
Jeder muss für seine Taten gerade stehen, egal, ob Absicht oder nicht und wie schwer das Urteil auch ist. So ist es nun mal. Natürlich findet man es unfair, beschuldigt zu werden für etwas, über das man nicht nachdachte. Doch Konsequenzen bleiben und die hat man zu verantworten. Das wissen wir alle. In diesem Fall wiegen sie sehr schwer.

Fazit: Eine Geschichte, die wahr ist, was für mich das Erschreckendste daran war. Mir den Atem raubte und jegliche Gefühlsregung entlockte. Ich hatte nie mit so einer Story gerechnet, die total unter die Haut geht und so gut bestimmte Probleme der Welt widerspiegelt. Toleranz, Akzeptanz, Jugendliche. Total krass und ergreifend. 

5 Monde für Bewertung

Klappentext


Kriminalgeschichten, die auf wahren Begebenheiten beruhen, sind selten romantisch. Doch gerade diese brechen uns gewöhnlich das Herz. (NewYork Times) 
Der Bus der Linie 57 ist das einzige, was Sasha und Richard miteinander verbindet. Richard ist Afroamerikaner, geht auf eine öffentliche Schule und hat gerade einen längeren Aufenthalt in einer betreuten Wohngruppe für jugendliche Straftäter hinter sich. Sasha ist weiß, besucht eine Privatschule und identifiziert sich selbst als agender. Nur acht Minuten täglich verbringen Sasha und Richard gemeinsam im Bus 57. Bis zu dem Tag als Sasha den langen weißen Rock trägt und Richard ihn anzündet. 

Dashka Slater hat den nachfolgenden Gerichtsprozess monatelang verfolgt, mit Beteiligten gesprochen und die Hintergründe recherchiert. Bus 57 ist die akribische Dokumentation eines berührenden Falles, der tragischen Verstrickung zweier Jugendlicher, die doch nur eines wollen: glücklich sein, trotz allem.


Im Februar 2015 erschien im New York Times Magazine unter der Überschrift The Fire on the 57 Busein längerer Artikel der Journalistin Dashka Slater über einen Vorfall, der sich eineinhalb Jahre zuvor in Oakland ereignet hatte. Ein afroamerikanischer Teenager setzt die Kleidung eines Gleichaltrigen in Brand, der genderqueer ist. Sashas und Richards Schicksal ließ Dashka Slater nicht mehr los, so dass aus dem Artikel dieses Buch entstanden ist. Sie erzählt darin von Sashas ungewöhnlicher fantasievoller Kindheit, dem Coming-Out, den Krankenhausaufenthalten, aber auch von der Unterstützung, die Sasha erfährt, nicht nur in der LGBTQ-Community. Genauso sorgfältig arbeitet sie Richards Geschichte auf und wirft einen Blick auf ein Justizsystem, das afroamerikanische Jugendliche anders zu behandeln scheint als weiße. Die Staatsanwaltschaft stuft Richards Tat zunächst als Hate-Crime ein, wodurch ihm ein Verfahren unter Erwachsenenstrafrecht droht und damit eine womöglich lebenslange Haftstrafe.

Eure Patrizia

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