Rezension

Elfenlicht: Märtyrerkunst – Judith Laverna

 
 Vielen Dank für das Rezensionsexemplar
 

Das Das Cover finde ich super schön! Eine ganz tolle Arbeit, da es ja gezeichnet wurde. Man hat ein tolles Bild von der Elfe und es passt, wie ich finde, sehr gut zu diesem Band, denn es sagt so viel aus.

Der Anfang war ein wenig verwirrend, bis ich kapiert habe, was da genau läuft, denn zuerst wird etwas ganz anderes berichtet, als vermutet. Aber dann ging es los.

Schnell konnte ich mir ein gutes Bild von Ayleen machen. Die Elfe liebt die Natur, fühlt sich mit ihr verbunden und schöpft Kraft aus ihr. Natürlich besitzt sie auch bestimmte Fähigkeiten, wie andere Elfen, wie Magie mit ihrem Geist zu wirken.

Je länger sie lief, desto mehr schien sich alles zu automatisieren. Sie spürte ihre Beine nicht mehr, die sie wie von selbst mit rasender Geschwindigkeit zu tragen schienen. Es war ihr, als würde sie durch den Wald fliegen. Alles, was sie fühlte, war der Wind, wie er ihr zuflüsterte und an ihren Haaren zerrte, der Regen, wie er ihr eine Geschichte erzählte, während er auf Kopf und Schultern prasselte.

Sie strebt nach Wahrheit, Ehrlichkeit und dem Sein der Elfen, wie sie sein sollten – diese sich, nicht nur in ihren, sondern auch in meinen Augen – zu sehr den Menschen angepasst hatten und ihren Ursprung, ihre Kraft, langsam aufgegeben bzw. verkümmern ließen. Hier stellt sich mir schon die Frage nach dem Warum.
Sie ist ehrlich und es kümmert sie nicht, was andere von ihr denken. Auch ihr Stand in der Gesellschaft der Elfen ist ihr egal und der ist sehr hoch. Bewundernswert.
Dadurch ist die jedoch oft alleine und hat keine Freunde. Feinde, wenn man das so nennen kann, dafür genug. Obwohl ich diese eher als Neider bezeichnen würde, denn die Elfe ist kämpferisch dem besten im Militär überlegen und somit auch anderen vielen. Aber nicht nur das. Auch ihre Schönheit lässt viele Frauen vor Neid erblassen.
Ayleen war mir von Anfang an sympathisch. Mit ihrer Art und Einstellung, ihrem Wissensdurst und dem Streben nach mehr.

» Leid und Grausamkeit gehört genauso zum Leben wie Glück und Liebe. Beides kann einen in extreme Gefühlswelten versetzen.

Das einzige, was mich irritierte, war, dass sie die Qualen ihres Vaters irgendwie genoss und zugleich ihr seine Nähe fehlte. Ersteres, rühre wohl eher daher, dass Ayleen alles nahm, was er ihr an Aufmerksamkeit gab, egal wie es ausging und was er machte.

»Muss ich dir etwa gehorchen, bis du stirbst?« Veloron nickte. »Ja, aber du weißt hoffentlich, dass das eher unwahrscheinlich ist.« »Aber nicht unmöglich.« Veloron hob fragend eine Augenbraue. »Ach ja? Und was willst du mir damit sagen?« »Eigentlich nichts, aber vielleicht irgendwann.«

Doch was mich bis zum Ende beschäftigte, war, die Sehnsucht nach ihrem Vater. Sie wusste, was er getan hatte, aber egal was es war, sie liebte ihn, wollte bei ihm sein. Es zog sie zu ihm. Er hat Schreckliches erlebt, ja, gelitten, aber es rechtfertigt nicht seine Taten und vor allem nicht seiner Tochter gegenüber. Und das Warum bleibt bis zum Schluss stehen, denn ich weiß, dass etwas passiert ist.
Ihr Vater war für mich somit ein typischer Hasscharakter. Wie er sie behandelt …… einfach furchtbar. Ich konnte den Zorn und Hass regelrecht spüren und erzitterte ebenfalls unter seinen Blicken.

»Du darfst niemals fallen.« Er wandte den Blick ab und ließ sich von ihr weg zurücksinken. Dann nahm seine Stimme einen gewohnten, kalten Tonfall an. »Am allerwenigsten vor mir.«

Je weiter ich in der Geschichte kam, umso mehr Dinge kamen ans Tageslicht. Was anfangs noch total verwirrend war, lichtete sich nach und nach, auch, wenn es noch immer viel Fragen gab, setzten sich die einzelnen Puzzleteile langsam zusammen. Wie ich mir aber schon dachte, erläutert die Autorin nicht alles.
Überraschungen, die mich in Staunen versetzen und oft die Luft anhalten ließen. Ich spürte schon von Anfang an, dass Ayleen für etwas Großes bestimmt war, aber welche Rolle sie in der Geschichte genau einnimmt und was sie tun wird, bleibt offen.

Ayleen begriff sich selbst noch nicht völlig, doch sie spürte bereits die gewaltige Andersartigkeit, das fremde, neue Gefühl, das sich langsam in ihr ausbreitete.

Das Buch ist wirklich dick, aber ich hatte keine Sekunde Langeweile oder dergleichen, da immer wieder etwas passierte und der Spannungsbogen nie annahm. Egal ob Kleinigkeiten oder große Dinge. Und es war immer etwas.
Die ganzen Beschreibungen sowie den Schreibstift fand ich toll. Wunderschöne Bilder der Landschaften und Städte/Dörfer wurden in meinen Kopf gezaubert und auch wenn es einen Kampf gab, konnte ich mir diesen genau vorstellen.

Vor dem ersten kleinen aber sehr wichtigen Kampf war ich total aufgeregt und fieberte so mit! Was jedoch dann geschah, riss mir wirklich den Boden unter den Füßen weg. Mein Herz zersprang in tausend Teile und ich selbst wusste nicht, wie ich das überleben sollte. Es hat so wunderschön begonnen und mit einem Schlag, einem Augenaufschlag, war alles verloren. Ich selbst hätte das nie überstanden und ich bewunderte Ayleen dafür. Sie war stärker als sie dachte.
Aber es war anscheinend wirklich ihr Schicksal, denn es hätte begonnen!

Ihr Körper stand in Flammen. Das Blut entzündete sich und brannte in ihren Adern. Ihr Herz zerfiel. Das Salz der Tränen verätzte ihr Gesicht. Der Schmerz pulsierte, pochte und drückte sich in ihre Finger, in ihre Beine und in ihren Kopf. Er ließ nicht nach und floss wie ein Gift durch sie hindurch. Er stach sie in ihren Bauch. Er pikste sie in die Seite. Er riss sie hinauf und schlug sie immer wieder zu Boden zurück.

Ich war paff, sprachlos und noch so viel mehr, als sich der weg von der Elfe immer mehr herauskristallisierte. Was ich alles erfuhr, war immens und doch so wenig. Oft hätte ich aus der Haut fahren können, weil ich keine Antworten auf meine Fragen erhielt, genau so wenig wie Ayleen. Doch trotzdem war sie mir ein wenig voraus, denn tief in ihrem Inneren wusste sie alles.
Was ich ebenfalls toll fand, waren die Gedichte in diesem Buch. Sie waren sehr schön, Aussagekräftig und mit so viel Tiefe, dass ich jedesmal eine Gänsehaut bekam und ab und an Tränen in den Augen hatte.

»Nimm es, Ayleen, und geh damit, um es mit dem Blut der Freiheit und dem Blut der gerechten Rache zu benetzen.«

Das Ende ….. Die Epiloge hatten mich dann vollends verwirrt, auch, wenn ich so meine Ahnungen hatte, aber das Buch lies mich leider unwissend zurück.

Fazit: Ein toller Auftakt, der sehr spannend und einnehmend ist und mir einen Einblick in eine fremde und sehr interessante Welt gegeben hat. Gefühle, ob negativ oder positiv, spielen hier eine große Rolle, sowie die Stärke in jeder Hinsicht.
Mich hat die Geschichte total mitgerissen und ich kann es kaum erwarten weiterzulesen, zu wissen, was der Ursprung für alles ist und welchen Plan das Schicksal für Ayleen hat.

 

 
 
Seiten: 586
eBook

Die junge Kriegerin Ayleen wächst als einzige Tochter einer Adelsfamilie der Elfen weit im Norden auf. Sie überlässt das Regieren lieber anderen, da sie sowohl von ihrer Impulsivität als auch von ihren besonderen Fähigkeiten zum Handeln getrieben wird.
Während ihr Volk und seine Kultur verfallen und dabei mächtigen Feinden gegenüberstehen, muss die Elfenkriegerin ihre eigene Herkunft ergründen. In dem schicksalshaften Dilemma, Intriganten und auch dem eigenen Vater gegenübertreten zu müssen, entdeckt die sonstige Einzelkämpferin, dass es ein viel höheres Gefühl gibt, das sie bis dahin nicht gekannt hat: Liebe.
Im Glauben, für das Schicksal ihrer Welt verantwortlich zu sein, stürzt sie sich in ein Abenteuer, dessen Ziel die verzweifelte Suche nach einem Sinn dahinter ist. Erst als ein vor Ewigkeiten verbannter Verräter und König wieder auf den Plan tritt, wird klar, dass die Gefahr, in der ihr Volk und sie sich befinden, weitaus größer und gefährlicher ist, als sie alle angenommen haben. In einer Reise durch epische Welten beginnt für Ayleen ein Wettlauf gegen die Zeit in ein Abenteuer, bei dem sie nicht nur für sich selbst kämpfen muss, sondern auch für die, die sie liebt, und ihr gesamtes Volk.

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