Gedankenregen
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Gedankenregen

Aus gegebenem Anlass kam ich nicht umhin, mir viele Gedanken zu machen. Über das Leben, den Tod und dem was danach kommt.

Normalerweise seht ihr von mir ja nur selten nichtbuchigen Inhalte, aber das hier beschäftigt mich und daher muss es einfach raus.

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Das Leben, der Tod und das Danach

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Man macht sich meistens erst Gedanken, wenn man älter ist oder jemand stirbt, der einem nahe steht. Ich finde das normal, denn wieso vorher über Dinge nachdenken, die in weiter Ferne liegen? Keiner denkt daran, dass es oft schneller gehen kann, als einem lieb ist.


Wie ist das mit dem Sterben? Was passiert danach? Wie geht es weiter?

All diese Fragen und noch mehr habe ich mir in den letzten Tagen vermehrt gestellt. Auf einige weiß ich eine Antwort, da ich mir schon einmal meine Gedanken über das alles gemacht habe. Die anderen bleiben einstweilen oder für immer unbeantwortet.

Wenn ein geliebter Mensch von uns geht ist es immer ein Schock, egal wie es passiert und ob es vorhersehbar war oder nicht. Ob durch einen Unfall aus dem Leben gerissen, durch eine plötzliche oder doch schon andauernde Krankheit. Die Trauer sitzt tief und ist stark und viele Tränen fließen unablässig. Das brauchen wir, um das alles irgendwie verarbeiten zu können. Trotzdem schmerzt es gewaltig und kaum einer weiß, in dem Moment damit umzugehen. Man spürt, wie ein Teil von einem fehlt. Vorher war es selbstverständlich, dass derjenige da war und das Herz mit seinem Teil ausfüllte. Erst, wenn wir verlassen werden, wird uns bewusst, wie sehr wir diesen Menschen vermissen. Wirklich beschrieben kann man diese ganzen Gefühle gar nicht und ich für mich werde es auch nie wirklich können. Die einzige Frage, die man sich stellt lautet: Warum?!

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Kreuz mit Kerze

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Ich würde lügen, wäre es bei mir nicht anders. Das Verständnis für den Grund kommt erst. Bei manchen früher, bei manchen später. Jeder verarbeitet die Trauer auf seine Art und Weise. Viele weinen den ganzen Tag, viele bringen keinen Tropfen hervor, viele werden agressiv oder auch das Gegenteil, ganz still. Die Antwort auf das Warum, hat viele Facetten. Schicksal; es musste sein; wer weiß, was noch alles gekommen wäre; Erlösung; Friede; Egal, welche man nimmt, am Ende ist es gut so. Es ist hart, das zu denken, und viele meinen vielleicht auch herzlos, doch das finde ich überhaupt nicht. Wenn man einen Grund für den Tod hat, versteht man ihn leichter. Nur tut keiner davon weniger weh.

Wenn jemand jahrelang an einer Krankheit leidet und erlöst wird, kommt auch Erleichterung hinzu, denn man möchte ja nur das Beste.

Das Leben endet immer mit dem Tod und jeder muss einmal sterben. Es gibt kein Leben ohne Tod und auch keinen Tod ohne Leben. Die beiden sind miteinander verknüpft. Ein ewiger Kreislauf.

jj

Was passiert danach? Kommt derjenige in den Himmel? Gibt es diesen? Oder das Universum? Reinkarnation? Jeder hat seine eigenen Meinung darüber und jeder glaubt an etwas anderes, was gut so ist. Wir allen sollten unsere eigenen Vorstellungen haben und vertreten. Auch ich bin von etwas überzeugt. Nicht, weil es sich einfach schön anhört und ich mir einreden kann, dass es so besser wäre, nein. Ich glaube wirklich daran.

Für mich gibt es, ganz klar, ein Leben nach dem Tod. Ich stelle mir das so vor, dass die Seele eines Meschen in den Himmel hinauf wandert. Sie wird von Engeln auf dem Weg nach oben begleitet. Dort ist fühlt man keine Schmerzen, ist nicht mehr krank, trägt kein Leid in sich oder Last auf den Schultern. Man ist wieder glücklich, kann lächeln und lachen und das Herz ist wieder leicht. Ich sage nicht, dass man die zurückgelassenen Liebenden nicht vermisst, aber es ist anders. Wann immer man möchte, kann man herunter sehen, beobachten, beistehen und beschützen. Man hat viel gelernt und all das Wissen mitgenommen. Sobald man sich dafür entscheidet, wieder leben zu wollen, wird die Seele abermals zurückkommen, in einer anderen Form und Weise. Ja, ich glaube an ein Leben nach dem Tod, sowie, dass man immer wieder auf die Erde kommen kann. Es ist nicht nur eine sehr schöne Vorstellung und hilft bestimmt vielen, die Trauer besser zu verarbeiten, sondern auch meine Meinung.

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Wir Erwachsenen haben zu dem Zeitpunkt aber nicht nur mit der eigenen Trauer zu kämpfen. Für diejenigen, die Kinder haben, ist es eine zusätzliche Herausforderung. Wie bringe ich es ihnen bei? Wie reagiere ich? Was kann ich tun? Man kann es sich noch so gut im vorhinein überlegen und ausdenken, denn wenn das Kind dann einmal vor einem steht, ist alles wie weggeblasen und selten bringt man in den ersten Sekunde auch nur ein Wort heraus. Die Trauer übermann einen selbst und doch muss man stark sein. Stark, für eine Erklärung. Durch Zufall habe ich ein ganz tolles Buch bekommen. “Wo die Toten zu Hause sind”. Es kam wie gerufen und ich sage jetzt mal, dass es Schicksal war. In diesem Buch wird nicht nur toll und kindgerecht der Weg nach dem Tod beschrieben, sondern mit den liebevollen Illustrationen bekommen Kinder eine gute und schöne Vorstellung davon. Was aber auch sehr geholfen hat, war, dass sich im Anhang eine Hilfestellung befindet. Wie gehen Kinder mit dem Alter damit um, was sage ich ihnen und wie kann ich ihnen helfen. Für mich war es wirklich sehr hilfreich, denn ich hatte absolut keine Ahnung.

Natürlich gibt es nicht nur dieses eine Buch, sondern sehr viele. Jedes hilft auf seine Weise und jeder wird das passende für sich finden. Ich bin jedoch sehr froh, dass es so etwas gibt

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hh

Was mir noch so durch den Kopf geht, ist, wie ich mich verabschiede…..

Es ist fast eines der schwersten Dinge, wie ich finde und jeder muss für sich selbst entscheiden, ob und wie er die Möglichkeit ergreift. Für mich jedoch ist es ein klares Ja. Ich würde mir ewig vorhalten, den letzten Augenblick nicht mehr genutzt zu haben, ihn verstreichen haben zu lassen, weil ich mich ja eigentlich zuvor schon verabschiedet habe. Und damit meine ich bei der Bestattung. Jeder hat die Wahl und ich kann verstehen, wenn viele sie nicht ergreifen, oder eben doch. Die erste Antwort jedoch wäre bestimmt Nein. Wir denken viel zu viel nach, lassen viel zu viele Gedanken in unserem Kopf zu. Kinder sind da anders. Die Entscheiden aus dem Bauch heraus und das finde ich absolut richtig. Vielleicht möchte man es aber auch lieber im Stillen, zuhause, machen, was ich auch absolut verstehen kann. Ich wäre ja für beides.

Vielleicht gibt es auch noch Dinge, die ich gerne gesagt hätte, aber keine Gelegenheit mehr dazu hatte. Das passiert meistens, wenn jemand völlig unverhofft aus unserer Mitte gerissen wird. Was ich da sehr schön finde, ist, einen Brief zu schreiben. Alles hineinschreiben, was einen auf der Seele und am Herzen liegt und diesen dann verschlossen auf den Weg mitgeben. Ich bin mir sicher, er wird gelesen!

Ob so oder so, keiner sollte sich für etwas schämen oder zurückhalten, sich Schuld aufladen, weil Dinge gesagt oder nicht gesagt wurden.

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Engelchen

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Trauer ist kein so großes Wort, jedoch kann es so viel anrichten. Es zerreißt einen förmlich das Herz, doch irgendwann heilt es auch wieder, denn ein Teil wird immer bei uns bleiben, auch, wenn wir es in dem Moment nicht glauben können. Man wird nie vergessen, aber man lernt, damit zu leben und wird irgendwann an die schönen Momente zurückerinnern. Das ist es auch, was unser Herz langsam, aber doch, heilen lässt.

jj

Falls ihr bis hierhin gelesen habt, sage ich Danke fürs Zuhören meiner Gedanken und vielleicht wollt ihr mir auch eure Gedanken dazu hierlassen.


hh

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