Rezension

Verfolgung: Die Kinder der Götter – Aurelia Velten

 

Rezensionsexemplar

Als ich mir das Buch angesehen hatte, wusste ich, es kommt mir irgendwie bekannt vor. Als ich dann stöberte, sah ich, dass “Rache” der erste Band der Reihe war und wusste, warum ich dieses Buch lesen wollte. Den ersten Teil kenne ich noch nicht, steht aber schon seit Längerem auf meiner Liste und da dieser Band hier unabhängig gelesen werden kann, machte ich mich ans Werk und begann zu lesen.

 

„Alecs ist anders“, wisperte es durch die Leitung, ein Seufzen erklang. „Sie ist die Stärkste und die Schwächste von uns.“

 

Ich war ja anfangs skeptisch, sowie ich es bei allen Autoren bin, von denen ich noch nichts gelesen habe, aber ich wurde total überrascht. Schon nach wenigen Seiten war ich total gefesselt! Total! Die paar Zeilen machten mich so verdammt neugierig, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte und so ging es immer weiter. Ich sog alles in mir auf wie ein Schwamm und doch war es mir zu wenig, denn ich hätte noch ewig weiterlesen können. Der Schreibstil ist gut und die Seiten flogen nur so dahin.

Es ist aus zwei Sichtweisen geschrieben jedoch in der dritten Person, was ich selbst nicht so gerne mag, aber es hatte der Geschichte keinen Abbruch getan. Ich wurde durch die ganzen Ereignisse nur noch tiefer in der Strudel des Wahnsinns gezogen und gab mich am Ende einfach nur den Gefühlen und der Spannung hin, denn spannend ist es von Anfang bis zum Schluss. 

 

Alecto, Alecs genannt, ist eine der drei Furien, die die Göttin Nyx erschaffen hat. Sie lebt für Gerechtigkeit und betraft alle Schuldigen. Doch sie hat dazu auch noch ein gutes Herz. Und das trotzt ihrer Vergangenheit und dem, was sie alles erlebt hatte. Wenn ich sie mir so ansah, fand ich sie einfach nur irre, verrückt und witzig. Ihre Art machte es sehr einfach, trotz des Wahnsinns, der in ihr wohnte, sie sofort zu mögen und ins Herz zu schließen. Durch ihre Art, ihre Stärke, aber auch Schwäche, war sie etwas ganz Besonderes und dann spürte ich.

 

Alecs das Leder in die Hand. Daraufhin schien ihr Körper geradezu zu vibrieren vor Anspannung, sodass Cal sie noch fester hielt. Was zum Tartaros war nur los mit ihr? Hatte sie sich wieder in der Vergangenheit verloren und sah womöglich gar nicht Poseidon und Pegasos, sondern ein gänzlich anderes Szenario? „Jetzt steht euch nichts mehr im Weg –nicht einmal das Schicksal“, sagte Poseidon, seine und Alecs’ Fingerspitzen berührten sich kurz, als er ihr die Zügel übergab.

 

Als Cal, der Hundertarmige “Bär” – wie er liebevoll von ihr genannt wurde –  in ihr Leben trat, fing alles erst richtig an. Und trotzdem musste ich zuallererst lachen. Die Begegnung war toll, die Szene einfach genial. Alecs war es. Und Cal auch. Ein toller Mann, der nur eines will, beschützen.

Schon da stellte ich Vermutungen auf, wie die beiden es wohl schaffen wollten, einen ganz, ganz Bösen zur Strecke zu bringen und vor allem mit Alecs Vergangenheit. Gott, war das schwer. Selbst ich hätte mich da kaum beherrschen können, wenn mir so etwas passiert wäre. Alecs, die Furie und somit auch eine der drei, steht für Gerechtigkeit und verübt Rache an Schuldigen. Ja, diese Furien müssen Wahnsinnig sein, denn ansonsten würden sie das alles nicht aushalten. Aber Alecs war …… bewundernswert und total verrückt! Im wahrsten Sinne des Wortes sowie auch witzig gemeint. Ihre Art war herrlich und ich mochte sie von Anfang an, auch wenn ihre ab und an geführten Selbstgespräche etwas komisch waren. Welches Opfer Alecs für die Titanen brachte, war unglaublich. Wenn ich bedenke, was dabei hätte passieren können, jagt es mir jetzt noch eine Gänsehaut über meinen Rücken. 

 

In der ganzen Geschichte litt ich mit ihr, als nach und nach ihre Geheimnisse ans Licht kamen. Schmerz breitete sich in meiner Brust aus, sodass ich zwischendurch tief einatmen musste. Es gab keine Szene, die nicht spannend war. Ich fieberte mit, hielt den Atem an und ließ mich von der Autorin durch eine wunderbare und geniale Geschichte führen. 

 

Sie beide waren verrückt, der Unterschied zwischen ihnen war nur: Alecs war durch jahrelange Angst und psychische Folter zu dem geworden, was sie heute war. Und Luna? Sie war schon immer irgendwie bekloppt gewesen.

 

Ich hätte nie gedacht, dass mich dieses Buch so fesseln und auch umhauen kann, aber genau das tat es. Meine Gefühle spielten verrückt und ich hätte Alecs oft gerne an den Schultern gepackt und sie ordentlich durchgeschüttelt. Doch mit ihrer Sturheit hätte sie mich nur lachend abgewiesen. Unglaublich, was hier alles vor sich ging, was passierte. Überraschungen kamen auf mich zu und durch die schönen Beschreibungen sowie die tollen Charas bereitete mir die Geschichte viel Freude.

 

Was mir nicht so gut gefiel, war, dass Cal ihr ziemlich schnell einen Spitznamen gab. Die Gefühle waren noch nicht so klar und trotzdem hat er es getan. Für mich hätte es zu einem etwas späteren Zeitpunkt besser gepasst, aber zumindest half es Alecs. 

 

Fazit: Ein wahnsinnig spannendes Buch, das mich durch eine tolle Welt der griechischen Mythologie geführt hat, mit Einblicken, mit denen ich nicht gerechnet hätte. Einzigartige Charaktere und eine wunderbare Geschichte fand ich hier. Es hat mich total in seinen Bann gezogen und nun freue ich mich schon wehr auf den nächsten Band.

 

 

Autor: Aurelia Velten

Verlag: Hippomonte Verlag

Seiten: 372

eBook / TB

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„Wenn man sich komplett verloren hat, ist es schwer, zwischen verschiedenen Wegen zu entscheiden – selbst wenn beide davon nach Hause führen.“
– Alecto, eine der drei Furien

Alecs wurde verraten, unschuldig in den Tartaros, die Hölle der griechischen Mythologie, geworfen. Doch das lässt die Furie nicht so einfach auf sich sitzen – nun ist sie frei, wahnsinniger als je zuvor und brennt darauf, den Verräter zu jagen. 
Wenn da nur nicht Cal der Hundertarmige wäre, der meint, sie auf ihrer Reise beschützen zu müssen. Er ist so schnell, dass es so aussieht, als hätte er unnatürlich viele Gliedmaßen, was es Alecs unmöglich macht, ihn abzuschütteln. 
Vor langer Zeit hat Alecs gelernt, dass sie niemandem trauen kann. Doch je mehr Zeit sie mit Cal verbringt, desto näher kommen sie sich und desto schwerer fällt es Alecs, ihr Geheimnis vor ihm zu verbergen.

Band 2 der Reihe “Die Kinder der Götter” | Alle Bände sind in sich abgeschlossen und unabhängig voneinander lesbar.

 

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